RealpolitikerInnen sprechen aktuell von mehr Sicherheit durch höhere Militärausgaben. Nur die glaubhafte Androhung von Gegengewalt und Verteidigungsfähigkeit würde einen aggressiven Gegner abschrecken können. In dem Maße wie er mit potenten Abwehrmaßnahmen rechnen müsste, würde er von einem offensiven Vorgehen absehen. Diese Strategie hat in Zeiten des ersten kalten Krieges funktioniert, mit enormen Kosten und Anstrengungen und unschönen Kollateraleffekten (die atomare Verunsicherung mit dem Risiko eines ungewollten einseitigen Atomschlages). Die USA vertraten damals acht Prinzipien eines "continued leadership", um Ihre Weltmachtpolitik zu balancieren. Die Dominanz militärischer Stärke stand dabei im Vordergrund.

In Zeiten eines möglicherweise beginnenden zweiten kalten Krieges ist es deshalb nur folgerichtig, neue Elemente einer Zivilen Verteidigung anzudenken. Die 100 Milliarden Euro eines Sonderkontos für die Bundeswehr machen dieses Vorwärtsdenken notwendig. Bereits in den 80er Jahren haben die Ausgaben zu Verwerfungen in den Staatshaushalten geführt und die Zivilgesellschaften zu spürbaren Rückschritten in ihrer natürlichen und gesunden Weiterentwicklung gezwungen.

Wir benötigen daher in der nächsten Stufe den zusätzlichen Ausbau einer Zivilen Verteidigungsstruktur. Was ist damit gemeint?

In einer Konvention zur Zivilen Verteidigung aus dem Jahre 2016 wird diese Zivile Verteidigung als untrennbarer und unverzichtbarer Teil der Gesamtverteidigung beschrieben (wie bereits im Verteidigungsweißbuch 1970/71), also gleichsam als Kathastrophenschutzmaßnahme unter der Ägide des Technischen Hilfswerkes im Fronteinsatz. Die Unterstützung des Militärs und die Erhaltung der Verteidigungsfähigkeit standen dabei im Vordergrund.

In der hier angedachten Formation wäre die Zivile Verteidigung hingegen ein basisdemokratischer Prozess, der die gesamte Gesellschaft umfasste und niemanden außen vor lassen würde. Es wäre ein Bekenntnis zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung, das mit Mut und großem Einsatz zu erbringen wäre. Ein Bekenntnis zu einem gewaltarmen/freien Widerstand, wie es kürzlich z.B. die russische Journalistin Martina Osjannikowa im Channel One des Russischen Staatsfensehens ablegte, indem sie sich gegen die staatliche Lügenpropagande positionierte und ein einsprechendes Plakat für einige Sekunden in die Kamera hielt.

Die hier propagiert Zivile Verteidigung wäe ein geplantes, bereits in Schulen vorgestelltes und gelehrtes System bürgerlichen Ungehorsams und zivilen Widerstands, das es dem möglichen Feind massiv erschweren würde, das eroberte Land kostengünstig und gewinnbringend zu dominieren. Entsprechende guerrillataktische Strukturen wären zu implementieren, die logistischen Voraussetzungen mobiler Hotspots als Verteidigungszentralen müssten geschaffen werden. Installationen wie in der Schweiz und in anderen kleineren Ländern ohne große Militärapparate könnten Erfahrungen liefern und einbezogen werden.

Im März 1975 erschien Brossolets "Essai sur la non-bataille". Darin versucht er eine neue militärische Taktik für die Französischen Streitkräfte in Zeiten des Kalten Krieges zu propagieren. Kleine ortskundige, nicht greifbare Einheiten (autonome Techno-Kommandos) würden den Feind verwirren und ihm in Relation zu geringen eigenen Verlusten große Schäden zufügen, dabei aber srelbst kaum in Erscheinung treten. Diese moderne Form organisierter Guerrillataktik würde über die angedachte Idee ziviler Resistance hinausreichen, wäre aber als Zwischenstufe kostengünstig zu installieren.

Die moderne Form Ziviler Verteidigung bedeutet einen Aufbruch in eine wirkliche bürgerliche Verantwortung und eine Wertschätzung demokratischer Errungenschaften wie Menschen und Grundrechte. Indem wir beginnen uns ernsthaft mir ihrem Auf- und Ausbau zu beschäftigen, erreichen wir Glaubwürdigkeit bei den Feinden der Demokratie. Deshalb ist es jetzt an der Zeit die Intelligentia Europas zu versammeln, um neue verteidigungsstrategische Überlegungen durchzuspielen, die konventionelle Schachbrettspiele unter Einsatz von Milliardensummen überholen und zumindest adjuvante Szenarien entwickeln, die unsere Verteidigungskraft kostengünstig und glaubhaft erhöhen.

Die einzelnen Szenarien sind schließlich an allen Orten der Gesellschaft wiederzufinden:

  • Geschäfte aller Art
  • Lebenmitteldiscounter
  • Verwaltungen
  • Soziale Einrichtungen
  • Öffentliche Einrichtungen wie Sport- und Freizeitstätten
  • die Indurstrie und die
  • Intelligentia (Kultur und Kunst)

Nur wo ethische Gründe hinderlich wirksam werden könnten, ist von einer Zivilen Verteidigungspraxis abzusehen (Kindergärten/Altenheime/Krankenhäuser etc.). Alle anderen gesellschaftlichen Bereiche würden eingebunden und erhielten Schulungen im Umgang mit Aggressoren. Kommunikationstrainings und psychosoziale Basisskills sollten in zentralen Stern-Gruppen den Umgang mit den  Besatzern so professionalisieren, dass hohe Kosten für den Aufenthalt anfallen.

Genaue Einzelheiten folgen.

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