Die Chinesen haben das Corona-Grundproblem nicht ansatzweise gelöst: Den verbotenen Handel mit Wildtieren endlich ernsthaft zu bekämpfen! Weshalb finden wir keinen neuen Umgang mit Tieren und mit Pflanzen? Weshalb fehlt uns die Wertschätzung un die Ethik gegenüber diesen Mitlebewesen?

Es wird weitergemacht, als wäre nichts geschehen.  Wuhan feiert wieder Alltag und die Schadstoffe in den  chinesischen Großstädten beginnen wieder zu steigen. Lerneffekt NULL! Scheinheilig aus chinesischer Sicht wäre es wohl nur, zu behaupten, wir hätten die Krise bereits überwunden - oder habe ich mich etwa verhört!?

Das Pflegeproblem und der Notstand in mancher sozialen Einrichtung in Europa sind ernstzunehmende Themen in Zeiten von Corona. Die bisherigen Maßnahmen laufen auf Ausgleichszahlungen für die arme Wirtschaft hinaus. Natürlich brauchen wir eine starke Wirtschaft. Aber Wirtschaft ist nur so stark wie ihre Protagonisten, und das sind nicht in erster Linie die überbezahlten Manager, die nichts zu befürchten haben. Das sind die unterbezahlten Pflege- und Hilfskräfte, die keine Stimme haben. Aber wir bedanken uns schon einmal (ganz ohne Scheinheiligkeit)!

Konservative Prolitiker haben seit Jahrzehnten den notwendigen sozialen und ökologischen Wandel verschlafen und behindert. Sie haben gebremst und die Pfründe erhalten, die ihre Seilschaften nährten. Jetzt kämpfen sie ums Überleben, weil die nächste, die junge Generation in Teilen erkannt hat, dass die Zukunft in der Gemeinschaft mit naturnahen Vorgängen und nicht gegen sie liegt. Aber wir sind ja auch für Klimaschutz - nur nicht zu viel!

Wenn es uns gelingt, die uns gelingt die Pandemie der Scheinheiligkeit zu überwinden, wenn wir uns mit einer objektivierten Wirklichkeit verbünden und den Dingen in die Augen sehen, um dann die folgerichtigen Maßnahmen zu ergreifen, dann haben wir eine Chance, die nächste Krise zu verschieben und Zeit für uns zu gewinnen.

Wenn wir aber den Wert sauberen Wassers und herbizidfreier Nahrung verkennen, unsere systemrelevanten Lebensgrundlagen nachhaltig zerstören und das Geld vor der Ethik rangieren lassen, dann werden wir in unserer Scheinheiligkeit ersticken wie Pharisäer, die vor Durst ihre Münzen trinken.

Da ich aber ein selbst ein Scheinheiliger bin, sag' ich's, hebe das Haupt und blicke auf den Splitter in des Nachbarn Auge ohne des Balkens im eigenen gewahr zu werden.

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