Junge Menschen lernen, dass Geld und Funktionalität die wichtigsten Grundpfeiler demokratischen Alltags bilden. Es geht um Haus und Hof, um Wagen und Mann/Frau und um Einfluss. Wir verdinglichen unser Sosein und vergessen zentrale Werte menschlicher Gemeinschaft. Wir entwickeln uns in Abgründe des Kalten Krieges und des Egosimus ("Amerika first!"). Wir finden neue Argumente, um unser mühsam erarbeitetes Geld in sinnlose Rüstung zu stecken und wir beginnen neue Mauern zu bauen, die in "Not" erbaut vor ausländischen Verbrechern schützen sollen. Teile der Gesellschaft schotten sich ab und igeln sich ein, weil sie fürchten, dass ihnen die wenigen Besitztümer auch noch streitig gemacht werden (Brexit, Katalonien, Südtirol etc.).

Die Argumente der Populist*Innen sind einfach. Von banaler Emotionalität geprägt spielen sie gegeneinander aus und stellen "alternative Fakten" in den Raum. Sie zu widerlegen fällt meist nicht schwer. Sie flüchten deshalb ins Irrationale. Der Trump'sche Narzismus gipfelt im Vorschlag ihm den Friedensnobelpreis zu verleihen oder er zeigt, dass Nobelpreise noch nie das bedruckte Papier wert waren, das sie angeblich ausweist.

Die Welt befindet sich in einer Regression. Gelerntes und Bewusstes wird negiert. Bekanntes wird geleugnet und Neues wird verweigert. Die Dummheit hat viele Regentenstäbe übernommen und schleudert jetzt ihre Fratzen durch die Länder. Mit blöder Konflikthaftigkeit und kruder Selbstüberhöhung wird Politik zum psychologischen Menetekel. Es gibt nur wenige (Angela Merkel gehört zum Glück dazu), die den neuen Unkenrufern Widerstand leisten. Wenn sie in einigen Monaten gegangen sein wird, braucht es neue Bedachtsamkeit und Umsicht. Wendehälse und Weicheier (von denen gibt es in allen Parteien zu viele) haben die politischen Plattformen erobert. Sie versuchen dem Volke nach dem Maule zu reden, um ihre Alterstantiemen nicht zu verspielen. Sie bemühen sich um breite Mehrheiten, um einfach durchregieren zu können. Sie suchen den einfachen Konsens, um in kurzfristiger Scheinheiligkeit die eigenen Pfründe zu etablieren. Sie schießen die zentralen Aufgaben dieses Planeten in den Wind, um die lokale Einhelligkeit zu beweihräuchern. Und am Ende verlieren sie das wertvollste Gut ihrer Nation: die Jugend. Denn die hat bereits erkannt, dass es keiner Kompromisse bedarf. Wir müssen schnell umlenken und die wahren Werte wie Leben und Gemeinschaft (MIT ALLEN!) wieder in den Vordergund rücken. Dabei sind Belastungen für Industrie und Arbeitnehmer*Innen zweitrangig. Wir müssen schnell neue Wege des Miteinander etablieren, die die Migration stoppen und die Herkunftsländer von Flüchtlingen stärken. Wir müssen auf der anderen Seite flexibler werden für Einwanderer. Wir müssen Chancen bieten und Gerechtigkeit üben. Es gibt keine einfachen Lösungen wie Mauern, Egoismus und Separation.

Wenn unsere Jugend in den nächsten Jahren der kulturellen Vollverblödung entgegendriftet (die bedeutet am Ende Krieg und Zerstörung), dann möchte ich mit meinen wenigen Lerser*Innen an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen haben, dass nicht alle dieser Welle gefolgt sind. Es gibt auch heute noch nachdenkliche und umsichtige Menschen, die dem einfachen Gepöbel abgeschworen haben und die komplexen Herausforderungen des Lebens annehmen. Die sind es auch, die diese Texte bis zum Ende lesen und sich eigene Gedanken zum Geschehen auf dieser Erde machen. Und sie werden auf zu denjenigen gehören, die sich ganz am Schluss umarmen können.

Es gibt nur ein MITEINANDER und nicht mehr so oft...

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